19.03.2013
Raiffeisen Schweiz kündigt Emission einer Hybridanleihe an
Raiffeisen Schweiz Genossenschaft gibt bekannt, dass
sie die Herausgabe eine Hybridanleihe (Additional Tier 1) zur Stärkung ihrer
Eigenkapitalbasis vorbereitet. Die Emission ist für April 2013 geplant. Das Volumen
und der anfängliche Zinssatz werden zu gegebener Zeit festgelegt und bekannt
gegeben. Der zu erwartende Transaktionserlös wird für generelle Geschäftszwecke
verwendet.
05.03.2013
Bank Wegelin: Verfahren in den USA wurde abgeschlossen
Wegelin & Co. Privatbankiers hatten sich am 3. Januar 2013 mit den amerikanischen Justizbehörden
auf einen Vergleich geeinigt. Diese Übereinkunft erwuchs gestern durch Urteilsverkündung des
zuständigen Richters Jed S. Rakoff vom US-Bundesgericht Manhattan (New York) in Rechtskraft.
Wegelin & Co. nimmt mit Genugtuung zur Kenntnis, dass Richter Rakoff nach Würdigung des
Sachverhalts die Busse und Wiedergutmachungszahlung innerhalb des mit der Staatsanwaltschaft
vereinbarten Betrags angesetzt hat; die Gesamtkosten des Vergleichs belaufen sich auf insgesamt
USD 74 Mio.
Damit konnte innert Jahresfrist der Schlusspunkt hinter das im Februar 2012 gegen die Bank eröffnete
Verfahren gesetzt werden. Bank Wegelin hatte von Anfang betont, Hand zu einer einvernehmlichen
Lösung zu bieten, soweit das die Einhaltung Schweizer Gesetze erlaubt. Die Kosten des Vergleichs
werden aus eigens für Rechtsrisiken bereitgestellten Mitteln beglichen.
Damit endet auch die 1741 begründete Tradition der Privatbank Wegelin & Co.. In Kürze wird der
Bankbetrieb eingestellt, und die verbleibenden Aufgaben werden von einer Zweckgesellschaft
weitergeführt.
Wegelin & Co. Privatbankiers bitten zu respektieren, dass keine weiteren Kommentare abgegeben
werden, und verweisen auf die dem Gericht von New York eingereichten, öffentlich einsehbaren
Rechtsschriften, welche den Fall in umfassender und hinreichender Weise darstellen (abrufbar unter
www.wegelinco.ch).
01.03.2013
Starker Zufluss von Spar- und Anlagegeldern bei Raiffeisen
Im vergangenen Jahr hat die drittgrösste Bankengruppe der Schweiz erneut an Stärke gewonnen. Die Spar- und Anlagegelder nahmen um 11.4 Prozent zu und betragen neu 103.1 Milliarden Franken. Die Hypothekarausleihungen stiegen um 5.8 Prozent auf 135.9 Milliarden Franken. Der Betriebsertrag 2012 beträgt 2.7 Milliarden Franken, das sind 7.9 Prozent mehr als 2011, was massgeblich auf die erfolgreiche Diversifikationsstrategie zurückzuführen ist.
Ausgesprochen erfreulich haben sich das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft (plus 125 Millionen Franken oder plus 51 Prozent) sowie das Handelsgeschäft (plus 53 Millionen Franken oder plus 39 Prozent) entwickelt. Dies ist insbesondere auf die Diversifikationsstrategie mit dem Kauf der Notenstein Privatbank AG zurückzuführen. Notenstein konnte 2012 die verwalteten Vermögen von rund 21 Milliarden Franken halten. Die Abhängigkeit vom Zinsengeschäft konnte damit von 83 auf 77 Prozent reduziert werden. Das Zinsengeschäft bleibt Hauptertragspfeiler: Im abgelaufenen Jahr wuchs es um 17 Millionen Franken oder 1 Prozent.
Der Gruppengewinn 2012 beträgt 635 Millionen Franken; 6.6 Prozent mehr als 2011. Der Geschäftsaufwand stieg um 264 Millionen Franken oder 17.4 Prozent: Zum einen hat Raiffeisen mit einem einmaligen Beitrag von 80 Millionen Franken die Umstellung der Raiffeisen-Pensionskasse finanziert. Der Berechnung der Renten wird neu eine höhere Lebenserwartung der Rentenbezüger zugrunde gelegt. Zum anderen ist neu auch der Geschäftsaufwand der Notenstein Privatbank AG
berücksichtigt. Positiv auf den Gruppengewinn wirkte die marktbedingte Aufwertung der strategischen Beteiligungen.
Unter Basel III beträgt die Gesamtkapitalquote der Raiffeisen-Gruppe 14.0 Prozent. Die Anforderung der FINMA von 13.6 Prozent per Ende 2013 wird damit bereits übertroffen. Den antizyklischen Kapitalpuffer kann Raiffeisen dank Eigenmittel-Überschuss ohne weitere Massnahmen auffangen. Um dennoch ein strategisches Eigenmittelpolster zu haben, sind Finanzierungs-Massnahmen vorbereitet. Das Eigenkapital betrug zum Stichtag 10.5 Milliarden Franken.
Raiffeisen setzt auch künftig auf das bewährte Geschäftsmodell. Die starke Position im Bereich des selbstgenutzten Wohneigentums soll weiter ausgebaut werden, um Skaleneffekte noch besser zu nutzen.
Die Wachstumsstrategie im Kerngeschäft wird ergänzt durch Diversifikation. So baut Raiffeisen bei Vermögens- und Anlagethemen einerseits die eigenen Kompetenzen aus und setzt andererseits auf strategische Partnerschaften. Der Erfolg der Raiffeisen-Tochter Notenstein Privatbank AG beweist, dass Raiffeisen hier den richtigen Weg eingeschlagen hat.
20.11.2012
Raiffeisen mit neuer E-Banking-Identifikation
Dank Mobile-TAN kann beim Online-Banking auf Streichlisten verzichtet werden. Die Raiffeisen-Bank geht noch einen Schritt weiter und ermöglicht die Identifikation mittels App.
Die Raiffeisen-Bank hat eine für die Schweiz einmalige Identifikationsmöglichkeit für E-Banking vorgestellt. » Von Fabian Vogt
Die Raiffeisen-Bank hat als erste Schweizer Bank den E-Banking-Login via PhotoTan angekündigt. Dabei erscheint beim Login ein Mosaik. Die im Mosaik enthaltenen Daten und der zugehörige Freigabe-Code werden durch eine App auf dem Smartphone entschlüsselt und auf dem Display angezeigt.
«PhotoTAN garantiert hohe Sicherheit und ist dennoch leicht zu bedienen», sagt Pascal Dürr, Leiter Elektronische Kanäle bei Raiffeisen Schweiz. «Das Code-Mosaik auf der Login-Seite werde von der Kamera des Smartphones sofort erkannt, sobald die PhotoTAN-App aktiv ist». Beim ersten Mal muss die App mit einem Sicherheitsschlüssel aktiviert werden.
Der Vorteil der neuen Loginvariante soll vor allem bei der Sicherheitsfreigabe von Zahlungen ersichtlich sein. Nebst Code werden demnach auch Zahlungsinformationen wie Betrag und Empfänger an die App übermittelt. Der Anwender könne diese überprüfen und damit sogenannte Man-in-the-Middle Attacken ausschliessen, bei denen ein Hacker in den PC des Nutzers eindringt und unbemerkt die Zahlungseingabe manipuliert.
Derzeit verzeichnet das E-Banking von Raiffeisen laut eigenen Angaben über 3 Millionen Logins monatlich, es haben derzeit 840 000 Kunden einen E-Banking-Vertrag. In den ersten neun Monaten 2012 seien 47 Millionen Zahlungen getätigt worden. Dazu würden 110.000 Raiffeisen Kunden die Möglichkeit von E-Rechnungen nutzen.
12.11.2012
Raiffeisen und Vontobel gehen vor Privatgericht
Die langjährige Partnerschaft zwischen der Bank Vontobel und der Raiffeisen-Gruppe steckt in einer Krise. Die Streitigkeiten gehen auf den Januar dieses Jahres zurück, als Raiffeisen grosse Teile der gescheiterten Bank Wegelin kaufte, die sie seither unter dem Namen Notenstein weiterführt.
Streitpunkt ist, ob sich der Kooperationsvertrag der beiden Firmen auch auf die neue Tochtergesellschaft erstreckt. Im Vertrag, der noch bis 2017 läuft, ist festgehalten, dass Vontobel für die Raiffeisen-Gruppe Wertschriftengeschäfte und andere Dienstleistungen im Anlagegeschäft durchführt.
Die Übereinkunft generiert Vontobel laut guten Quellen in der Bank Erträge von «deutlich unter 10% des gesamten Umsatzes». Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz schreibt in einem internen Brief an seine Mitarbeiter, welcher der «NZZ am Sonntag» vorliegt, von «jährlichen Beträgen in substanzieller Millionenhöhe» für Vontobel.
Aus dem Schreiben Vincenz' geht ebenfalls hervor, dass die beiden Partner über eine «Vertragsanpassung» redeten. Die Gespräche sind von Vontobel nun beendet worden. In den nächsten Wochen werden die beiden Parteien ein im Vertrag für Uneinigkeiten vorgesehenes Privatgericht konstituieren – ein Schiedsgericht. Das Klima der Gespräche wird als «sportlich» geschildert. «Obwohl Raiffeisen wie auch Vontobel sinnvoll erscheinende Anpassungen im Kooperationsvertrag vorgeschlagen hatten, konnte man sich im Kern nicht einigen», schreibt auch Vincenz.
Dass die langjährige Partnerin nun über eine Tochtergesellschaft verfügt, die sich dem Private Banking widmet, stört Vontobel offiziell nicht. Jedoch sieht die Zürcher Bank ein Problem darin, dass Notenstein ebenfalls Anlageprodukte zimmert und über eine eigene Wertschriftenabwicklung verfügt. Es entbehre der «industriellen Logik», dass solche Strukturen parallel an zwei Orten bestünden. Um Private Banking zu betreiben, sei das auch nicht nötig.
Tatsächlich profitiert auch die Raiffeisen-Gruppe stark von der bisherigen Arbeitsteilung: Neben dem offensichtlichen Effizienzgewinn wirft ihre 12,5%-Beteiligung an Vontobel satte Dividenden ab – die Rendite der Vontobel-Aktien beträgt zurzeit 4,2%.
«Raiffeisen wäre grundsätzlich daran interessiert, die Kooperation (. . .) weiterzuführen und diese unter Umständen sogar zu verlängern», erklärt Vincenz seinen Mitarbeitern. «Ob und inwieweit diese Uneinigkeit sowie der einseitige Entscheid für den Gang vor ein Schiedsgericht sich grundsätzlich auf die Zukunft der Partnerschaft mit Vontobel auswirken werden, wird nun durch Raiffeisen evaluiert.»
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