UBS Switzerland AG - News

25.06.2021

US-Kartellverfahren gegen Credit Suisse und UBS wegen Archegos

Den von der Archegos-Pleite betroffenen Banken droht gemäss einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg auch noch eine Untersuchung des US-Justizministeriums wegen Unternehmensabsprachen. Von dem milliardenschweren Zusammenbruch des US-Hedgefonds waren auch die Schweizer Grossbanken Credit Suisse (CSGN 9.88 +2.15%) und UBS (UBSG 14.34 +0.14%) betroffen.
Die US-Ermittler untersuchten, wie die global tätigen Banken mit den milliardenschweren Geschäften der Archegos Capital Management des Investors Bill Hwang umgegangen seien, heisst es in einer Bloomberg-Meldung vom Donnerstag. Zumindest ein Teil der Untersuchung werde von der Kartell-Division des Justizministeriums (DoJ) durchgeführt, berichtet die Nachrichtenagentur unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Weder die Banken noch das DoJ wollten gegenüber Agenturen zum Bericht Stellung beziehen.
Der Zusammenbruch des Hedgefonds Archegos von Mitte März hatte für eine Reihe von globalen Grossbanken Verluste von insgesamt mehr als 10 Mrd. $ verursacht. Am heftigsten hatte es die Credit Suisse getroffen, die einen Verlust von insgesamt 5 Mrd. Fr. vermelden musste. Die UBS verbuchte einen Verlust 434 Mio. $. Zu den weiteren betroffenen Grossbanken gehören die japanische Nomura, die US-Bank Morgan Stanley (MS 87.08 +1.41%) sowie die Deutsche Bank (DBK 11.07 +0.6%).
Quelle: www.fuw.ch

06.05.2021

UBS verkauft Clearstream-Paket an Deutsche Börse

Die UBS (UBSG 13.98 +2.57%) verkauft ihren verbleibenden Minderheitsanteil von 48,8% am Clearstream Fund Centre (CFC) für rund 390 Mio. Fr. an die Deutsche Börse (DB1 139.45 -0.18%). Die Transaktion folgt auf den erfolgreichen Übergang des UBS Fondcenters zur Deutschen Börse im September 2020.
Langfristige kommerzielle Kooperationsvereinbarungen für die Erbringung von Dienstleistungen durch Clearstream an UBS würden trotz des Verkaufs bestehen bleiben, teilte die Schweizer Grossbank am Donnerstag mit. Die Transaktion soll im Juni 2021 abgeschlossen sein. Sie unterliege den üblichen Abschlussbedingungen.
Die UBS erwartet nun ausserdem im zweiten Quartal 2021 einen Gewinn nach Steuern von rund 35 Mio. $ sowie eine Erhöhung des harten Kernkapitals (CET1) von rund 400 Mio. $ auszuweisen, wie sie weiter mitteilte.
Bereits im vergangenen Oktober hatte die UBS 51,2% am UBS Fondcenter an die zur Deutschen Börse gehörende Clearstream verkauft. Für den Anteil hatte Clearstream damals nach Angaben der Deutschen Börse 389 Mio. Fr. bezahlt.
Quelle: www.fuw.ch

27.04.2021

Die Bank hat ein Traumquartal hinter sich

Die Bank hat ein Traumquartal hinter sich. Das übertüncht jedoch einen happigen Verlust aus dem Archegos-Kollaps.
UBS überrascht mit einem starken Erstquartalsgewinn von 1,8 Mrd. $. Erwartet wurde ein Ergebnis auf Vorjahresniveau von knapp 1,6 Mrd. Wie bereits 2020 liegt die Eigenkapitalrendite über 10%, die Bank schafft also effektiven Wert für ihre Aktionäre. Die Dividende von zuletzt 0.37 $ pro Aktie ist mit einem Gewinn pro Titel von 0.49 $ nach drei Monaten bereits verdient.
Allerdings übertüncht das starke Ergebnis einen herben Verlust von fast 800 Mio. $ in der Investmentbank (IB), was dem Quartalsgewinn unterm Strich 434 Mio. $ entzieht. Wie Konkurrentin Credit Suisse war UBS ebenfalls vom Kollaps des US-Hedge-Fund Archegos betroffen, auch wenn CS dabei den weit grösseren Betrag von rund 5 Mrd. Fr. verpulvert hat. Laut UBS-Chef Ralph Hamers würden durch den Fall im zweiten Quartal nochmals 87 Mio. $ verloren gehen.
Gemäss Hamers prüfe die Bank zurzeit das Risiko ihrer Kundenbeziehungen im Hedge-Fund-Geschäft und stehe im Dialog mit Regulatoren. Anders als gegen CS läuft gegen UBS aber kein Verfahren der Finanzmarktaufsicht, die auch keine Massnahmen verfügt haben soll. UBS ist weiter solide kapitalisiert und konnte 2021 bereits 1,1 Mrd. $ an eigenen Aktien zurückkaufen.
Quelle: www.fuw.ch

27.04.2021

Barbara Levi ist neue Chefjuristin

Die Bank hat Mike Dargan zum neuen Digitalchef und Barbara Levi zur neuen Chefjuristin ernannt. Sie ersetzt den langjährigen Chefjuristen Markus Diethelm, der als Senior Advisor die Bank noch eine Zeit berät.
Quelle: www.fuw.ch

05.03.2021

UBS hat Ergebnis für Geschäftsjahr 2020 geringfügig nach unten angepasst

Die Schweizer Grossbank UBS (UBSG 14.45 0%) hat ihr Ergebnis für das abgelaufene Geschäftsjahr 2020 geringfügig nach unten angepasst. Neu beträgt der Jahresgewinn 6,557 Mrd. Fr. Damit liegt das Ergebnis 72 Mio. Fr. unter dem Ende Januar genannten Betrag.
(Quelle: www.fuw.ch)

05.02.2021

UBS startet den nächsten Aktienrückkauf

Die Grossbank UBS (UBSG 13.46 +0.64%) startet den nächsten Aktienrückkauf am kommenden Montag. Sie will via eine zweite Handelslinie an der Schweizer Börse eigene Aktien im Wert von maximal 4 Mrd. Fr. (10% der ausstehenden Titel) erwerben.
Quelle: www.fuw.ch

03.02.2021

Aktienrückkaufprogramm abgeschlossen

UBS (UBSG 13.31 +1.8%) hat das im März 2018 gestartete dreijährige Aktienrückkaufprogramm am (gestrigen) 2. Februar abgeschlossen. Insgesamt wurden 156,6 Mio. Aktien für 2 Mrd. Fr. zurückgekauft. Das entspricht 4,06% des aktuellen Aktienkapitals der Bank.
Quelle: www.fuw.ch

26.01.2021

UBS macht Gewinnsprung

Die UBS (UBSG 12.92 -1.75%) hat im vierten Quartal von der guten Stimmung an den Aktienmärkten profitiert und deutlich mehr verdient als im Vorjahr. Und auch die Erwartungen des Marktes wurden klar übertroffen. Die Dividende für 2020 fällt zwar deutlich geringer aus, dafür werden die Aktienrückkäufe wieder aufgenommen.
Unter dem Strich verdiente die grösste Schweizer Bank in der Periode von Oktober bis Dezember 1,71 Mrd. $ was einem Plus von 137% im Vergleich zum Vorjahreswert entspricht. Vor Steuern erzielte sie einen Gewinn von 2,06 Mrd. $ nach 0,93 Mrd. $ im entsprechenden Vorjahreszeitraum, wie es in einer Mitteilung vom Dienstag heisst. Die Schätzungen von Analysten gemäss AWP-Konsens wurden damit weit übertroffen.
Für das Gesamtjahr 2020 kann die UBS ein Gewinnplus von 54% auf 6,63 Mrd. $ ausweisen (2019: 4,30 Mrd. $). Auf Stufe Vorsteuergewinn sind es mit 8,23 Mrd. $ 47% mehr. Trotz des deutlichen Gewinnanstiegs fällt die Dividende mit 0.37 $ deutlich geringer aus als im Vorjahr (0.73 $).
Dies kommt allerdings nicht überraschend. Das Management hatte vor einiger Zeit bereits angekündigt, dass die direkten Ausschüttungen an die Aktionäre zugunsten von indirekten Ausschüttungen via Aktienrückkäufe zurückgefahren werden. Entsprechend lanciert die Bank auch wieder ein grossen Aktienrückkaufprogramm. So sollen in den nächsten drei Jahren Aktien im Wert von bis zu 4 Mrd. Fr. zurückgekauft werden.
Im laufenden ersten Quartal 2021 sollen eigene Titel im Wert von insgesamt bis zu 1,1 Mrd. $ erworben werden. Bekanntlich musste die UBS im letzten Jahr wegen der Corona-Pandemie und ihren Verwerfungen auf Geheiss der Finanzmarktaufsicht Finma ihre geplanten Aktienrückkäufe für 2020 stoppen.
Der neue CEO Ralph Hamers zeigt sich sehr zufrieden: «Unser starkes Ergebnis im Jahr 2020 ist ein deutlicher Beleg für die grundlegende Stärke unserer Marktstellung und das Engagement unserer Mitarbeitenden», wird er in der Mitteilung zitiert. Hamers, der zuletzt wegen einer Geldwäscherei-Affäre bei seinem früheren Arbeitgeber ING Bank unter Druck gekommen ist, führt die Geschicke der UBS seit Anfang November. Der neue CEO macht aber auch klar, dass er sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen will: «Der Wandel ist die einzige Konstante. Deshalb müsse die UBS agil bleiben und sich noch fitter machen für die Zukunft», so Hamers weiter.
Investment Bank steigert Gewinn markant
Alle Bereich der Bank konnten ihr Ergebnis im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahr verbessern. Besonders stark fiel die Gewinnzunahme bei der Investment Bank aus. Diese verdiente vor Steuern 529 Mio. $ nach einem Verlust von 22 Mio. im Vorjahr. Der grösste Teil des Vorsteuergewinns stammt indes mit 936 Mio. $ aus dem Kerngeschäft, der globalen Vermögensverwaltung (GWM). Die UBS als weltgrösste Vermögensverwaltungs-Bank zog im Berichtsquartal Neugelder in Höhe von 21,1 Mrd. $ an und verwaltete damit Ende Jahr 3’016 Mrd. $ an Kundengeldern.
Für die Geschäftsentwicklung im laufenden ersten Quartal 2021 gibt sich das UBS-Management vorsichtig optimistisch. Die Bank geht davon aus, dass saisonale Faktoren wie eine im Vergleich zum vierten Quartal verstärkte Kundenaktivität die Ertragslage im Startquartal positiv beeinflussen werden.
Insgesamt hätten die jüngsten Entwicklungen indes wieder Zweifel an Verlauf und Tempo der Erholung aufkommen lassen.
Quelle: www.fuw.ch

26.01.2021

Vorschlag zur Wahl in den Verwaltungsrat

Die Grossbank UBS schlägt Claudia Böckstiegel und Patrick Firmenich zur Wahl in den Verwaltungsrat vor. Die 1964 geborene Böckstiegel ist seit 2020 Chefjuristin und Mitglied der erweiterten Konzernleitung des Pharmakonzerns Roche (ROG 320.80 +0.74%). Patrick Firmenich (Jahrgang 1962) ist seit 2016 VRP des Parfüm- und Duftstoffunternehmens Firmenich International.
Quelle: www.fuw.ch

13.01.2021

UBS schliesst Filialen: Darum specken Schweizer Banken ab

Bei der UBS schreitet der Filialabbau rasant voran. Wie die «NZZ» berichtet, schliesst die grösste Bank der Schweiz im ersten Quartal 44 Geschäftsstellen. Betroffen sind rund 150 Mitarbeiter – diese sollen so weit wie möglich in anderen Bereichen beschäftigt werden.
Bereits letztes Jahr hat das Geldhaus im Inland über zwei Dutzend Filialen dicht gemacht. Künftig wird die UBS weniger als 200 Geschäftsstellen in der Schweiz haben. Zentral sei, dass man sich am Kundenverhalten ausrichte, sagt Axel Lehmann, Schweiz-Chef der UBS. Über zwei Drittel der Kunden nutzen heute bereits die digitalen Kanäle des Geldhauses.
UBS kein Einzelfall
Auch Rivalin Credit Suisse ist auf Schrumpfkurs. Im Herbst 2020 verkündete die Grossbank, 39 ihrer 146 Filialen zu schliessen. Bis 2022 sollen so rund 100 Millionen Franken eingespart werden. Und die Zürcher Kantonalbank hat letztes Jahr sechs Geschäftsstellen für immer geschlossen.
neue aargauer bank aargau
Die Credit Suisse integriert die Neue Aargauer Bank. Dabei wird über die Hälfte der Filialen geschlossen. - Keystone
Die Branche wird immer kleiner. 2020 hatten Schweizer Banken gemäss der Nationalbank noch knapp 90'000 Vollzeit-Angestellte. 2011 waren es noch 20'000 Stellen mehr. Besonders die Grossbanken schrumpfen.
Grösste Herausforderung der Banken ist die Digitalisierung. Mehr und mehr rückt die Generation Y (Menschen, die zwischen 1980 und 2000 geboren wurden) in den Fokus. Diese gilt als technikaffin und erwartet von den Geldhäusern unkomplizierte, digitale Lösungen.
Druck von Smartphone-Banken
Diese bieten sogenannte Smartphone-Banken heute schon an – teils zu Spottpreisen. Gerade bei Gebühren für Auslandstransaktionen schiessen Revolut, Transferwise oder Neon unten rein.
revolut UBS
Die Smartphone-Bank Revolut setzt UBS & Co. unter Druck. - Revolut
Zudem bedrohen neuartige digitale Finanzdienste das Geschäftsmodell der Geldhäuser. So machen Peer-to-Peer-Kredite die Bank überflüssig. Und die Blockchain-Technologie hat das Potenzial, die Branche komplett auf den Kopf zu stellen.
Trotz voranschreitender Digitalisierung geben die Banken die Filiale nicht ganz auf. «Wollen Sie eine Marke transportieren, brauchen Sie eine physische Präsenz», sagte letzten September Raiffeisen-Chef Heinz Huber der «NZZ». «Wenn Sie nicht mehr vor Ort sind, wenden sich Kunden oft nach zwei bis vier Jahren ab.»
Bankfiliale bleibt noch erhalten
Ähnlich sieht es Martin Scholl, Chef der ZKB. Vergangenen Herbst erklärte er dem «Blick»: «Banken wie die ZKB wird es noch lange geben, dabei geht es auch um Vertrauen. Wer sich seine Pensionskasse auszahlen lässt, der wird das ganze Geld kaum bei einer Smartphone-Bank deponieren.» Das werde sich in den nächsten fünf oder zehn Jahren nicht ändern, glaubt Scholl.
Trotzdem bringen die gestandenen Geldhäuser neue Digital-Angebote. Die ZKB hat etwa mit Frankly eine Vorsorge-App lanciert, die Credit Suisse will mit dem Digital-Bankkonto CSX junge Kunden anlocken. Um ein Konto zu eröffnen, braucht man nicht eine Geschäftsstelle aufzusuchen. Ein Smartphone reicht.
Quelle: www.nau.ch

12.01.2021

UBS schliesst Filialen in der Schweiz

(AWP) Die Grossbank UBS (UBSG 13.47 -0.26%) gleist ein Sparprogramm in der Schweiz auf. Konkret sollen 44 der heute 240 Filialen geschlossen werden. Davon betroffen sind 150 Mitarbeitende. Zu Entlassungen soll es jedoch nicht kommen.
UBS-Schweiz-Chef Axel Lehmann bestätigte in einem Interview in der «NZZ» vom Dienstag entsprechende Medienberichte. Es seien primär kleinere Geschäftsstellen, die geschlossen würden, sagte er. «Es ist wie bei einem Dorflädeli: Wenn zu wenig Leute es besuchen, weil die Kunden ihre Güter online bestellen oder in der grösseren Filiale einkaufen, werden Sie diesen Laden auch nicht aufrechterhalten können.» Bereits 2020 hatte die UBS 28 Filialen dichtgemacht.
Zu Entlassungen soll es jedoch im Moment nicht kommen: Die betroffenen Mitarbeitenden würden in enger Absprache mit der Arbeitnehmervertretung soweit wie möglich in anderen Geschäftsstellen und Bereichen eingesetzt, heisst in einer in einer internen Mitteilung der Grossbank, die AWP vorliegt. Insgesamt seien rund 150 Mitarbeitende betroffen, führte ein Sprecher auf Anfrage aus.
Die Schliessungen sollen per Ende März vorgenommen werden und sind quer über die ganze Schweiz verteilt. Bereits am Montagabend hatten die CH-Media-Zeitungen über die geplanten neuerlichen Schliessungen berichtet. Die UBS wollte sich zu dem Zeitpunkt jedoch weder gegenüber CH Media noch der Nachrichtenagentur AWP dazu äussern.
Schaltertransaktionen gehen zurück
Lehmann, der die UBS Mitte Jahr verlassen wird, begründete die Schliessungen mit den veränderten Kundenbedürfnissen. Die Schaltertransaktionen seien dieses Jahr um rund 10 Prozent zurückgegangen, während die Nutzung des digitalen Angebots stark steige, sagte er. Die Pandemie sei aber keine Entschuldigung, sie habe diese Transformation einfach beschleunigt. «Traditionell hatten wir über 300 Geschäftsstellen.» Die Kunden nutzten E- und Mobilebanking sowie Twint inzwischen viel öfter.
Die zweite Schweizer Grossbank Credit Suisse (CSGN 12.18 +0.66%) hatte bereits im vergangenen Sommer die Schliessung von Filialen in der Schweiz angekündigt. Damals wurde mitgeteilt, dass nur noch 109 der 146 Standorte beibehalten würden.
Quelle: www.fuw.ch

12.01.2021

UBS schliesst Filialen in der Schweiz

(AWP) Die Grossbank UBS (UBSG 13.47 -0.26%) gleist ein Sparprogramm in der Schweiz auf. Konkret sollen 44 der heute 240 Filialen geschlossen werden. Davon betroffen sind 150 Mitarbeitende. Zu Entlassungen soll es jedoch nicht kommen.
UBS-Schweiz-Chef Axel Lehmann bestätigte in einem Interview in der «NZZ» vom Dienstag entsprechende Medienberichte. Es seien primär kleinere Geschäftsstellen, die geschlossen würden, sagte er. «Es ist wie bei einem Dorflädeli: Wenn zu wenig Leute es besuchen, weil die Kunden ihre Güter online bestellen oder in der grösseren Filiale einkaufen, werden Sie diesen Laden auch nicht aufrechterhalten können.» Bereits 2020 hatte die UBS 28 Filialen dichtgemacht.
Zu Entlassungen soll es jedoch im Moment nicht kommen: Die betroffenen Mitarbeitenden würden in enger Absprache mit der Arbeitnehmervertretung soweit wie möglich in anderen Geschäftsstellen und Bereichen eingesetzt, heisst in einer in einer internen Mitteilung der Grossbank, die AWP vorliegt. Insgesamt seien rund 150 Mitarbeitende betroffen, führte ein Sprecher auf Anfrage aus.
Die Schliessungen sollen per Ende März vorgenommen werden und sind quer über die ganze Schweiz verteilt. Bereits am Montagabend hatten die CH-Media-Zeitungen über die geplanten neuerlichen Schliessungen berichtet. Die UBS wollte sich zu dem Zeitpunkt jedoch weder gegenüber CH Media noch der Nachrichtenagentur AWP dazu äussern.
Schaltertransaktionen gehen zurück
Lehmann, der die UBS Mitte Jahr verlassen wird, begründete die Schliessungen mit den veränderten Kundenbedürfnissen. Die Schaltertransaktionen seien dieses Jahr um rund 10 Prozent zurückgegangen, während die Nutzung des digitalen Angebots stark steige, sagte er. Die Pandemie sei aber keine Entschuldigung, sie habe diese Transformation einfach beschleunigt. «Traditionell hatten wir über 300 Geschäftsstellen.» Die Kunden nutzten E- und Mobilebanking sowie Twint inzwischen viel öfter.
Die zweite Schweizer Grossbank Credit Suisse (CSGN 12.18 +0.66%) hatte bereits im vergangenen Sommer die Schliessung von Filialen in der Schweiz angekündigt. Damals wurde mitgeteilt, dass nur noch 109 der 146 Standorte beibehalten würden.
Quelle: www.fuw.ch

11.12.2020

UBS übernimmt Immobilienfonds Residentia

Zürich - Die UBS übernimmt das Management des Immobilienfonds Residentia. Er enthält hauptsächlich Wohnliegenschaften im Tessin. Mit der Übernahme will die Zürcher Grossbank ihre Präsenz im Südschweizer Immobilienmarkt stärken.
Per Anfang Februar 2021 wird die UBS Fund Management (Switzerland) AG die Verwaltung des Schweizer Immobilienfonds Residentia übernehmen, informiert die UBS in einer Mitteilung. Der börsenkotierte Fonds hält hauptsächlich Wohnliegenschaften im Kanton Tessin. Das Gesamtvermögen des Portfolios von Residentia wird in der Mitteilung auf rund 275 Millionen Franken beziffert.
Mit der Übernahme von Residentia will die Zürcher Grossbank ihr Asset Management im Bereich Immobilien in der Südschweiz stärken. „Wir glauben an den Tessiner Immobilienmarkt“, wird Daniel Brüllmann, Leiter Real Estate DACH bei UBS Asset Management, in der Mitteilung zitiert. Er sieht sein Unternehmen „für diese Übernahme ideal aufgestellt“.
Die UBS Switzerland AG werde als Depobank für Residentia fungieren, wird in der Mitteilung weiter erläutert. Die Pagani Real Estate SA von Residentia-Mitgründer Matteo Pagani soll die Fondsleitung im Tessin als „lokale Präsenz“ unterstützen.
Quelle: www.punkt4.info

04.12.2020

Sabine Keller-Busse folgt auf Axel P. Lehmann als President UBS Switzerland

Zürich/Basel, 4. Dezember 2020 – Nach einer langjährigen und erfolgreichen Laufbahn im Dienste von UBS hat sich Axel P. Lehmann entschieden, per 31. Januar 2021 von seinen gegenwärtigen Funktionen als President Personal & Corporate Banking und President UBS Switzerland zurückzutreten. Er wird das Unternehmen nach einer Übergangsphase per 31. Juli 2021 verlassen. Lehmann hat die Position von UBS als führende Schweizer Universalbank weiter ausgebaut, mit einer starken operativen Performance, signifikantem Kundenwachstum sowie hoher Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit. Als Group Chief Operating Officer von 2016 bis 2017 trug er massgeblich dazu bei, die Effektivität und Effizienz der Organisation weiter zu erhöhen sowie Synergien für das Unternehmen zu nutzen. Er war zudem zwischen 2009 und 2015 Mitglied des Verwaltungsrats und hatte dort Einsitz im Risk Committee.
Sabine Keller-Busse, aktuell Group Chief Operating Officer und President EMEA, wird Nachfolgerin von Axel P. Lehmann als President Personal & Corporate Banking und President UBS Switzerland. Seit ihrer Ernennung zum Group COO im Januar 2018 leitete Keller-Busse wesentliche Teile von Group Functions (darunter globale Funktionen wie Technology, Operations, Human Resources sowie das interne Consulting). Sie spielte eine wesentliche Rolle dabei, diese Funktionen enger an den Unternehmensbereichen auszurichten. Keller-Busse stiess 2010 zu UBS. Hier hatte sie anfänglich die Rolle als Chief Operating Officer UBS Switzerland und später als Group Head Human Resources inne. Vor ihrer Tätigkeit bei UBS war sie für das Schweizer Privatkundengeschäft der Credit Suisse in der Region Zürich verantwortlich. Zuvor war sie Partnerin bei der Unternehmensberatung McKinsey & Company, wo sie europäische Kunden im Finanzdienstleistungssektor betreute. Die Nachfolge für die Funktion des Group COO wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

27.07.2020

UBS: Endlich zeigt die Langweiligkeit ihre Vorteile

Der Supertanker UBS stampft ungerührt durch die Corona-Wellen. CEO Sergio Ermotti wird seinem Nachfolger Ralph Hamers ein grundsolides Institut übergeben. Langweiligkeit zahlt sich nun aus.
Die unterschiedlichen Marktreaktionen auf die Halbjahresergebnisse von Julius Bär am Montag und der UBS am Dienstag sprechen eine klare Sprache: Die Aktie von Julius Bär verlor am Montag klar, obwohl die Zürcher Privatbank ein Rekordergebnis mit hohen Transaktionserträgen präsentiert hatte. Die UBS-Aktie dagegen befand sich am Dienstag nach der Veröffentlichung eines eher unspektakulären Ergebnisses mit leichtem Gewinnrückgang deutlich im Plus.
Wie sich der Supertanker UBS in der laufenden Covid-19-Krise schlägt, und wie dies vom Markt wahrgenommen wird, dürfte für den bald ausscheidenden CEO Sergio Ermotti eine grosse Genugtuung sein. Seine ihm immer wieder vorgehaltene Risikoscheue heimst nun Lob ein.
Sergio Ermotti musste viel einstecken
Die UBS-Aktie gehört trotz einer negativen Performance von 5 Prozent zu den solidesten Werten im Bankensektor im laufenden Jahr. Der CDS-Spread, der das Ausfallrisiko einer Bank spiegelt, zeigte in den heftigsten Marktturbulenzen nur geringe Ausschläge und ist nun einer der tiefsten im Sektor.
Ermotti musste in den letzten Jahren des Börsenbooms viel einstecken: Denn die UBS-Aktie performte nicht. Die UBS zahle den Preis für ihre Langweiligkeit als grundsolider und stabiler Vermögensverwalter, wurde dem Tessiner auch von finews.ch vorgeworfen, der partout nicht bereit schien, für kurzfristigen Profit höhere Risiken einzugehen.
Wenig Fokus auf Produkte
Auch hier zeigt sich ein Unterschied zu Julius Bär: Die Privatbank bolzte im ersten Halbjahr 2020 im Finanzprodukte-Geschäft und animierte die Kunden zum Handeln. Die UBS war hier deutlich zurückhaltender. Ausser in der Region Asien-Pazifik, wo die Klientel per so risikofreudiger ist, stiegen die Erträge auf Transaktions-Gebühren nicht massiv an.
Der Fokus im Wealth Management der UBS liegt offenbar stärker auf Vermögensverwaltungs-Mandaten und Beratungsdienstleistungen als auf dem Verkauf von Produkten. Dafür flossen der Grossbank weiterhin anständig Kundengelder zu. Im gesamten ersten Halbjahr waren es 27 Milliarden Dollar – davon 9 Milliarden im zweiten Quartal.
Starke Eigenkapitaldecke
Das scheint für einen Supertanker wie die UBS mit ihren über 2,3 Billionen Dollar Assets under Management nicht viel; ein Wachstum von etwas über 1 Prozent. Doch immerhin zeigt sich, dass punkto Kontoeröffnung und Geldannahme die digitalen Kanäle – hier ist in erster Linie die UBS Welcome App zu nennen – funktionieren; direkter Kundenkontakt hatte in den letzten Monaten Seltenheitswert.
Was das Neugeld derzeit bei der UBS anzieht, dürfte zu einem guten Teil auch CEO Ermottis Verdienst sein: Die grösste Schweizer Bank weist per Ende erstes Halbjahr eine Eigenkapitalquote von 13,3 Prozent aus. Die Liquiditätsdeckungs-Quote liegt bei 155 Prozent und damit nochmals deutlich höher als nach dem ersten Quartal 2020.
Kunde und Bank rücken näher aneinander
Das zeigt, das Ermotti weiterhin extrem diszipliniert die Risiken der Bank managt. Von seinem designierten Nachfolger Ralph Hamers wird erwartet, dass er den Supertanker UBS agiler und wendiger macht – ein Ziel, dass sich auch Wealth-Management-Co-Chef Iqbal Khan gesetzt hat.
Khan hat bei der UBS nicht vor, die Kundenbücher mit mehr riskanten Anlagen zu füllen. Vielmehr will er – vereinfacht gesagt – die verschiedensten Dienstleistungen der Bank aus ihren drei Divisionen Wealth Management, Asset Management und Investmentbank für die vermögende Privatkundschaft schneller zugänglich machen.
Strukturen aufbrechen
Erste Ergebnisse dieser Bestrebungen sind sichtbar: Das Global Family Office, die neue Einheit für die vermögendsten Privatkunden von Josef «Joe« Stadler, erzielte im zweiten Quartal ein Ertragswachstum von 22 Prozent, wobei die Partnerschaft mit der Investment Bank 34 Millionen an zusätzlichen Erträgen brachte.
Das ist noch nicht die Welt – doch ein Beleg dafür, dass die UBS bei aller Risikoaversion ihres Chefs Ermotti einiges an Handlungsspielraum und Bewegungsfreiheit bieten kann, wenn an fest gefahrenen und hierarchischen Strukturen gerüttelt wird, wie das Khan und sein Co-Chef Tom Naratil derzeit versuchen.
Übernimmt Hamers die Risikoscheu von Ermotti, was die Bilanz betrifft, und paart diese mit seinen erprobten Fähigkeiten, eine Organisation wie die UBS aufzubrechen und zu verändern, können Langweiligkeit bei gleichzeitiger Agilität zu einem neuen Markenzeichen der Grossbank werden.
Quelle: www.fuw.ch

16.07.2020

Im Swiss Banking gibt es derzeit ein ganz grosses Thema: Der sehr vermögenden Klientel den Zugang zu Privatmarkt-Anlagen zu bieten. Wegen der Corona-Pandemie könnten die Banken damit allerdings zu spät kommen.

Der Wechsel Giuseppe De Filippos von der UBS zu Julius Bär gibt auf dem Zürcher Finanzplatz einiges zu reden. Denn die UBS hatte De Filippo erst kürzlich befördert. Er hätte in den Plänen von Wealth-Management-Co-Chef Iqbal Khan als Experte für Private-Market-Angebote eine Schlüsselrolle gespielt.
Doch De Filippo zieht mit einem Team von drei Leuten zu Julius Bär, um dort den Bereich Direct Private Investments aufzubauen. Dabei geht es vereinfacht gesagt um Anlagen in nicht-kotierte Firmen.
Julius Bär kommt mit dieser Initiative reichlich spät: Der Privatmarkt-Anlagen-Boom, bei dem vor allem institutionelle Investoren sowie sehr reiche Privatkunden mitmischen, ist bereits seit einigen Jahren im Gang.
Deals ohne Banken
Auch die UBS hat erst vor wenigen Monaten die Strukturen aufgebaut, um ihrer Klientel solche Investments anzubieten. Für Banken, die in erster Linie für ihre Kunden an den Börsen kotierte Produkte handeln, sind Privatmarkt-Anlagen mehrheitlich Neuland. Es fehlt in der Regel an der erforderlichen Expertise, am Netzwerk sowie an flexiblen Entscheidungsmechanismen.
Superreiche Privatkunden, Unternehmer und Family Offices organisieren ihre Private-Equity-Investments darum vielfach – an den Banken vorbei – in eigenen Investoren-Netzwerken oder über so genannten Club Deals.
Sinkende Renditen
Die Banken haben aber aufgeholt: Gemäss dem jüngsten UBS Global Family Office Report spannen Superreiche nun in einem Drittel ihrer Private-Equity-Investments mit Banken zusammen, die als Quelle für neue Deals dienen. Über 40 Prozent der Family Offices nutzen Banken zur Prüfung von Deals.
Die mit sehr viel Aufwand betriebene Aufholjagd der Banken im Bereich der Direktanlagen könnte aber zu spät erfolgen: Denn die führenden Family Offices der Welt erwarten sinkende Renditen mit Private-Equity-Investments. Das geht aus dem UBS-Report ebenfalls hervor, für den die Grossbank mehr als 120 Family Offices befragt hat.
Corona-Pandemie schafft Probleme
Nachdem diese Anlagen in den vergangenen Jahren der klare Renditetreiber für Superreiche waren, ist die Überzeugung dafür nicht mehr so klar: Nur noch die Hälfte der Family Offices erwartet, dass der Gewinn aus Investitionen in Private Equity öffentliche Investitionen übertreffen werde.
Die zunehmende Skepsis hat einen Grund: Corona. Vor der Pandemie waren drei Viertel der Family Offices noch vom Renditetreiber Private Equity überzeugt gewesen.
Nimmt man die UBS-Umfrage als Grundlage für ein repräsentatives Bild der Anlagegewohnheiten der Family Offices und Superreichen muss der Private-Equity-Boom relativiert, und die erheblichen Anstrengungen der Banken, ihre Kunden an diesem Boom teilhaben zu lassen, müssen in Frage gestellt werden.
Traditionelle Anlageklassen weitaus beliebter
Denn Private Equity macht in den Portfolios der von der UBS befragten Family Offices nur einen Anteil von 16 Prozent aus; davon sind 9 Prozent Direktanlagen, 7 Prozent sind Fonds. Mit knapp 60 Prozent sind es nach wie vor die traditionellen Anlageklassen Aktien, Bonds und Cash, die die Depots selbst der smartesten Anleger dominieren.
Und smart sind sie – gemäss der Einschätzung von Josef Stadler, dem Head Global Family Office bei der UBS. «Family Offices bewerten und verwalten Risiken anders als andere Investoren. Ihnen bereitet das Verpassen einer Chance mehr Kopfzerbrechen, als der Verlust. Sie versuchen, mit dem Einsatz von Geld Vorteile aus den Marktverschiebungen zu ziehen», kommentiert Stadler den Report aus seinem Hause.
Verlängerung einer Unternehmerkarriere
Was angesichts des Runs auf Privatmarkt-Anlagen vergessen geht: Dass superreiche Unternehmerkunden oder Family Offices hier die Vorreiter gespielt haben, liegt an ihrer Expertise und an ihrem eigenen unternehmerischen Hintergrund. Oder wie die UBS schreibt: «Viele von ihnen haben ihr Leben damit zugebracht, Unternehmen aufzubauen.» Nun in Private Equity zu investieren, sei eine Erweiterung ihrer Karriere.
Die andere Eigenschaft, die diese Kunden auszeichnet, hat Stadler bereits angesprochen: Eine emotionslose Diszipliniertheit, strikte Investmentprozesse und das präzise Beibehalten einer einmal definierten Strategie. Und diese sieht gemäss UBS wieder eine Veränderung der Vermögensstruktur an: Und zwar unter anderem hin zu normalen Aktien in hoch entwickelten Märkten.
Die Banken könnten tatsächlich zu spät im Private-Equity-Boom mitmischen wollen.

16.07.2020

Im Swiss Banking gibt es derzeit ein ganz grosses Thema: Der sehr vermögenden Klientel den Zugang zu Privatmarkt-Anlagen zu bieten. Wegen der Corona-Pandemie könnten die Banken damit allerdings zu spät kommen.

Der Wechsel Giuseppe De Filippos von der UBS zu Julius Bär gibt auf dem Zürcher Finanzplatz einiges zu reden. Denn die UBS hatte De Filippo erst kürzlich befördert. Er hätte in den Plänen von Wealth-Management-Co-Chef Iqbal Khan als Experte für Private-Market-Angebote eine Schlüsselrolle gespielt.
Doch De Filippo zieht mit einem Team von drei Leuten zu Julius Bär, um dort den Bereich Direct Private Investments aufzubauen. Dabei geht es vereinfacht gesagt um Anlagen in nicht-kotierte Firmen.
Julius Bär kommt mit dieser Initiative reichlich spät: Der Privatmarkt-Anlagen-Boom, bei dem vor allem institutionelle Investoren sowie sehr reiche Privatkunden mitmischen, ist bereits seit einigen Jahren im Gang.
Deals ohne Banken
Auch die UBS hat erst vor wenigen Monaten die Strukturen aufgebaut, um ihrer Klientel solche Investments anzubieten. Für Banken, die in erster Linie für ihre Kunden an den Börsen kotierte Produkte handeln, sind Privatmarkt-Anlagen mehrheitlich Neuland. Es fehlt in der Regel an der erforderlichen Expertise, am Netzwerk sowie an flexiblen Entscheidungsmechanismen.
Superreiche Privatkunden, Unternehmer und Family Offices organisieren ihre Private-Equity-Investments darum vielfach – an den Banken vorbei – in eigenen Investoren-Netzwerken oder über so genannten Club Deals.
Sinkende Renditen
Die Banken haben aber aufgeholt: Gemäss dem jüngsten UBS Global Family Office Report spannen Superreiche nun in einem Drittel ihrer Private-Equity-Investments mit Banken zusammen, die als Quelle für neue Deals dienen. Über 40 Prozent der Family Offices nutzen Banken zur Prüfung von Deals.
Die mit sehr viel Aufwand betriebene Aufholjagd der Banken im Bereich der Direktanlagen könnte aber zu spät erfolgen: Denn die führenden Family Offices der Welt erwarten sinkende Renditen mit Private-Equity-Investments. Das geht aus dem UBS-Report ebenfalls hervor, für den die Grossbank mehr als 120 Family Offices befragt hat.
Corona-Pandemie schafft Probleme
Nachdem diese Anlagen in den vergangenen Jahren der klare Renditetreiber für Superreiche waren, ist die Überzeugung dafür nicht mehr so klar: Nur noch die Hälfte der Family Offices erwartet, dass der Gewinn aus Investitionen in Private Equity öffentliche Investitionen übertreffen werde.
Die zunehmende Skepsis hat einen Grund: Corona. Vor der Pandemie waren drei Viertel der Family Offices noch vom Renditetreiber Private Equity überzeugt gewesen.
Nimmt man die UBS-Umfrage als Grundlage für ein repräsentatives Bild der Anlagegewohnheiten der Family Offices und Superreichen muss der Private-Equity-Boom relativiert, und die erheblichen Anstrengungen der Banken, ihre Kunden an diesem Boom teilhaben zu lassen, müssen in Frage gestellt werden.
Traditionelle Anlageklassen weitaus beliebter
Denn Private Equity macht in den Portfolios der von der UBS befragten Family Offices nur einen Anteil von 16 Prozent aus; davon sind 9 Prozent Direktanlagen, 7 Prozent sind Fonds. Mit knapp 60 Prozent sind es nach wie vor die traditionellen Anlageklassen Aktien, Bonds und Cash, die die Depots selbst der smartesten Anleger dominieren.
Und smart sind sie – gemäss der Einschätzung von Josef Stadler, dem Head Global Family Office bei der UBS. «Family Offices bewerten und verwalten Risiken anders als andere Investoren. Ihnen bereitet das Verpassen einer Chance mehr Kopfzerbrechen, als der Verlust. Sie versuchen, mit dem Einsatz von Geld Vorteile aus den Marktverschiebungen zu ziehen», kommentiert Stadler den Report aus seinem Hause.
Verlängerung einer Unternehmerkarriere
Was angesichts des Runs auf Privatmarkt-Anlagen vergessen geht: Dass superreiche Unternehmerkunden oder Family Offices hier die Vorreiter gespielt haben, liegt an ihrer Expertise und an ihrem eigenen unternehmerischen Hintergrund. Oder wie die UBS schreibt: «Viele von ihnen haben ihr Leben damit zugebracht, Unternehmen aufzubauen.» Nun in Private Equity zu investieren, sei eine Erweiterung ihrer Karriere.
Die andere Eigenschaft, die diese Kunden auszeichnet, hat Stadler bereits angesprochen: Eine emotionslose Diszipliniertheit, strikte Investmentprozesse und das präzise Beibehalten einer einmal definierten Strategie. Und diese sieht gemäss UBS wieder eine Veränderung der Vermögensstruktur an: Und zwar unter anderem hin zu normalen Aktien in hoch entwickelten Märkten.
Die Banken könnten tatsächlich zu spät im Private-Equity-Boom mitmischen wollen.
Quelle: www.finews.ch

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